Chimäre

Tue 2015-06-02

Erkenntnis des Tages: Bei der Benennung der monoklonalen Antikörper hat sich zur Abwechslung mal jemand etwas gedacht.

Ein Name wie "Cetuximab" besteht aus einem vom Hersteller festgelegten Präfix ("Ce"), einem substem A ("-tu-"), einem substem B ("-xi-") und dem Suffix "-mab". Das vom Hersteller ausgesuchte Präfix trägt keine Information. Das Suffix ("-mab") ist eine Abkürzung für monoclonal antibody und in allen diesen Namen als gemeinsames Merkmal vorhanden. Der substem A zeigt das target des Antikörpers an, im Beispiel steht -tu- für einen soliden Tumor. Der substem B verrät etwas über die Quelle des Antikörpers, im Beispiel steht -xi- für einen chimären Antikörper (konstante Region vom Menschen, variable Region z.B. von der Maus).

Das letzte Beispiel ist in zweifacher Hinsicht schön. Schaut man sich an, was das griechische Wort für "Chimäre" ist (Χίμαιρα), sieht man, dass sich der erste Buchstabe, das Chi, schön mit einem lateinischen X transliterieren lässt. Das ist schon irgendwo etymologisch intelligent ausgedacht, so die Χi-mären Antikörper zu benennen.

Außerdem kann man sich hinter dem X auch die Kreuzung der relevanten Gene der beteiligten Spezies vorstellen. Somit ist der Name auch biotechnologisch geschickt ausgesucht.

Quelle via wiktionary.

Die komplette Spezifikation für die Benennung monoklonaler Antikörper findet man übrigens bei den INN der WHO (pdf, Seite 17 Abschnitt 3.6).

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