HHU bei Nacht

Wed 2014-12-03

Ende Oktober war ich mit meiner Mittelformat-Balgenkamera spät abends auf dem Gelände der HHU unterwegs, um testweise ein paar Nachtfotos zu machen.

Den entwickelten Schwarzweißfilm habe ich mit einem dazu etwas zweckentfremdeten Flachbettscanner einigermaßen digitalisiert bekommen, die Ergebnisse sind im Folgenden an 3 exemplarischen Bildern zu bewundern.

Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Erdgeschoss der ULB.

Fomapan 100/120 Blende 8 30s

cc-by-sa Ludger Sandig 2014

Baum vor dem Oeconomicum

Vor dem Oeconomicum

Fomapan 100/120 Blende 8 60s

cc-by-sa Ludger Sandig 2014

Von obigem Bild sieht schon das Negativ recht eindrucksvoll aus, daher hier noch einmal zum Vergleich:

Baum vor dem Oeconomicum (negativ)

Vor dem Oeconomicum (negativ)

(Hintergrundstruktur ist ein Artefakt vom Scannen).

cc-by-sa Ludger Sandig 2014

Anmerkungen

Meine Kamera ist eine Ica Ideal 225, also Baujahr um 1923. Eigentlich für die Photographie mit Glasplatten gedacht, aber Rückwände für Mittelformat-Rollfilm sind online noch aufzutreiben.

Meine Kamera.

Das gute Stück.

Für rund 90 Jahre noch gut in Schuss.

Nicht im Bild: Der Rollei-Patent Rollfilm-Adapter.

Mit dem Adapter für Rollfilm kann ich Negative im Format 6x9 belichten, aus Kostengründen habe ich da zur Zeit einige Rollen Fomapan 100 in Gebrauch. Auf einen Film passen 8 Aufnahmen.

Die Kamera wird auf einem Stativ montiert, so sind auch lange Belichtungszeiten kein Problem.

Bei der Aufnahme ist zu beachten, dass die Milchglasscheibe, auf die scharf gestellt wird, nicht mit dem Film in einer Ebene liegt und man deshalb nach dem Scharfstellen diesen Unterschied noch bewusst ausgleichen muss.

Das entwickeln der Filme stellt kein Problem dar.

Besäße man einen Vergrößerer, so könnte man von den Negativen auch große Abzüge machen. Aber als Behelf tun es bei 6x9 cm auch schon Kontaktabzüge.

Ein Problem ist allerdings das Digitalisieren.

Die »Foto-Scanner« die es einmal im Jahr bei den üblichen Discountern zu kaufen gibt, können nur Kleinbildfilme. Scanner für Mittelformat sind gleich professionell und kosten ein paar Tausend Euro. Ein normaler Flachbettscanner ist auch keine Lösung. Ist dieser nicht mit einer Durchlichteinheit ausgestattet, so sind gescannte Negative komplett schwarz.

Die oben gezeigten Bilder sind dennoch mit einem normalen Flachbettscanner entstanden. Lässt man den Deckel aufgeklappt wenn das Gerät an einem bedeckten Tag nah am Fenster steht, so werden die Negative vom Tageslicht stark genug durchleutet. Allerdings muss man mit den recht deutlich sichtbaren Artefakten (Hintergrundtextur, Linien) leben. Aber besser als nichts.

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