Modell der Sinus durae matris

Wed 2013-06-12

Die Blutabfluss aus dem Gehirn wird hauptsächlich durch die venösen Sinus durae matris realisiert. Dies sind klappen- und muskelfreie "Gefäße", die in den Duplikaturen der Dura mater (also zwischen Lamina interna und Lamina externa) verlaufen und das Blut zum größten Teil in die V. jugularis interna abführen. Über die Venae emissariae und die Augenvenen haben die Sinus Verbindung zu den äußeren Venen des Schädels. Hier können Bakterien eindringen und Entzündungen der Sinus bzw. der Hirnhäute verursachen.

Der Verlauf der Sinus ist auf Grundlage der 2D-Abbildungen in Anatomie-Atlanten nicht leicht vorstellbar. Aus diesem Grund habe ich ein einfaches 3D-Modell dieser Gefäße entworfen, das mit etwas Geschick leicht selbst zu bauen ist. Es stellt die Beziehungen der Sinus zueinander, zu den Schädelknochen und den wichtigsten Venae emissariae dreidimensional dar.

Papiermodell der Sinus durae matris

Bauanleitung

Material

Notwendig

Optional

  • Cuttermesser (Skalpell vom Präpkurs!?)
  • Stück festerer Karton
  • Trinkhalme/Zahnstocher o.ä.
  • Heißklebepistole

Material

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Die pdf-Datei enthält zwei Seiten. Diese sind so berechnet, dass bei doppelseitigem Ausdruck die einzelnen Teile später mit Vorder- und Rückseite genau aufeinander treffen. Damit dies funktionert, ist u.U. je nach Drucker etwas Trial-and-Error notwendig, bevor es wirklich passt. Dann liegen die Abweichung aber auch nur im Bereich von ca. 1mm.

Als Papier empfiehlt sich eine Sorte mit mehr als den üblichen 80g/m^2. Wer hat, kann auch Drucker-Fotopapier nehmen (auf den Fotos das günstige von staples). Im Zweifelsfall tut es normales Kopierpapier aber auch.

Für den Ausdruck versteht sich von selbst, dass man die höchste Qualität (dpi) wählt. Steht kein Farbdrucker zur Verfügung ist das nicht weiter schlimm, da die Strukturen des Modells auch in Graustufen gut voneinander zu unterscheiden sind.

Ausschneiden

Für die inneren Löcher (F. magnum, Incisura cerebelli) ist ein Cutter/Teppichmesser o.ä. nützlich, wer geschickt ist, schafft das aber auch mit der Schere. Sollten Vorder- und Rückseite nicht genau aufeinander liegen, so ist bei den "Stummeln" der Emissarienvenen besondere Vorsicht walten zu lassen.

Zusammenkleben

  1. Zuerst werden die Verbindungsstücke des Sinus occipitalis an diesem befestigt. Dazu werden die so bezeichneten (und zwei vom Confluens sinuum) zu rechten Winkeln gefaltet und beidseitig an beiden Enden am Sinus angeklebt. Beachte die Farben!

    Sinus occipitalis

  2. Dann wird der Sinus occipitalis am Confluens sinuum festgeklebt:

    Festkleben Sinus occipitalis

  3. Die Sinus sigmoideus et petrosus inferior werden an ihrem Ende, das in die V. jugularis interna mündet, zusammengeklebt.

    Sinus sigmoideus und petrosus inferior

  4. Auch hier werden die jeweiligen rechtwinkligen Verbindungsstücke angeklebt und das ganze auf der Grundplatte befestigt. Sinus sigmoideus als Fortsetzung des Sinus transversus sowie Sinus petrosus inferior am Sinus cavernosus.

    Befestigen der Sinus an der Grundplatte

  5. Nun wird das Stück vom Os occipitale an den drei letztgenannten Sinus befestigt, dies ist etwas knifflig:

    Befestigung am Os occipitale

  6. Jetzt nur noch die verbleibenden Winkelstücke an der Falx cerebri bzw. am Confluens sinuum ankleben, und das ganze dann auf der anderen Seite des Tentorium cerebelli festmachen:

    Falx cerebri mit Winkeln

    Anbringen an der Grundplatte

Optional: Ein Ständer für das Modell

Wenn das Modell aus festerem Papier gearbeitet wurde, so bleibt es möglicherweise schon von selbst stehen. Tut es das nicht, oder will man verhindern, dass es sich mit der Zeit verzieht oder leicht zerknickt, so kann noch ein Ständer gebaut werden, auf dem das Modell dann aufliegt.

Zunächst wird die Heißklebepistole eingeschaltet. Aus einem Stück Karton wird dann ein z.B. 10cm a 12cm großes Stück ausgeschnitten. Von den Trinkhalmen (oder was auch immer man nimmt) sind 6cm lange Stücke zu schneiden. Auf dem Karton markiert man die Position für die "Stützpfeiler" (z.B. 2cm/2cm und 2cm/3cm vom Rand):

Einzelteile für den Ständer

Mit je einem Tropfen Heißkleber werden nun die Stützen möglichst senkrecht an den bezeichneten Stellen festgeklebt.

Pfeiler aufkleben

Jetzt sollte das Modell ohne Probleme mit einem frei schwebenden unteren Teil aufbewahrt werden können.

Fertig!

Ich veröffentliche das "Modell der Sinus durae matris" unter der Lizenz CC-BY-SA.

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